„Wenn aus Wirtschaft Bioökonomie wird, dann sind Pflanzen die Fabriken der Zukunft“

Der Präsident des Julius Kühn-Instituts Dr. Georg F. Backhaus nimmt in seiner Funktion als Leiter des deutschen Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen am 6. Deutsch-Brasilianischen Dialog für Wissenschaft, Forschung und Innovation zur Bioökonomie teil. Im Zeitraum vom 5. bis 12. November schildert der Präsident des JKI als Key-Note-Redner, welche Schritte unternommen werden, um die Rolle der Agrarwirtschaft für die Bioökonomie zu definieren und zu stärken.

Anhand einiger Beispiele aus dem JKI wird er verdeutlichen, welche Forschungsthemen unter den breit gefassten Begriff der Bioökonomie fallen: „Wenn aus Wirtschaft Bioökonomie wird, dann sind Pflanzen die Fabriken der Zukunft. Das beginnt bei der sehr offensichtlichen Rolle der Pflanzen als nachwachsende Rohstoffe und der Forschung zu deren nachhaltigem Anbau unter veränderten Bedingungen. Es bezieht aber auch die Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten mit natürlichen Antagonisten ein oder betrachtet Pflanzen als Produktionsplattform für Rohstoffe, wie wir es heute von Mikroorganismen kennen“, sagt Backhaus.

„Seit Jahrtausenden nutzt der Mensch pflanzliche Rohstoffe. Dennoch ist Bioökonomie weit mehr als ‚alter Wein in neuen Schläuchen‘. Bioökonomie, wie wir sie künftig verstanden wissen wollen, bezieht weite Teile der Gesellschaft ein, überwindet Fachgrenzen und denkt in Prozessketten. Sie setzt auf einen Cocktail an biogenen Rohstoffen, die wir uns heute zum Teil noch gar nicht vorstellen können. Nehmen Sie die Wundheilung mit Spinnenseide oder dezentrale Energiegewinnung für Häuser aus Algenpaneelen.“ An beiden Ansätzen werde bereits geforscht, so Backhaus weiter.

„Pflanzen spielen dabei weiterhin eine zentrale Rolle. Deshalb sehen wir unseren Part in der Erschließung von pflanzengenetischen Ressourcen, in der Züchtungsforschung, in der Entwicklung von Anbausystemen und in der Suche nach innovativen nachhaltigen Pflanzenschutzmethoden. Das liegt in unserer Natur als bundesdeutsches Ressortforschungsinstitut für Kulturpflanzen“, führt Backhaus weiter aus.

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