Deutschland und Brasilien setzen auf Bioökonomie

Die Strategien und politischen Maßnahmen, die Deutschland und Brasilien anwenden, um die Entwicklung der Bioökonomie voranzutreiben sowie die Fortschritte in Wissenschaft und Technologie auf diesem Gebiet werden Thema des sechsten Deutsch-Brasilianischen Dialogs für Wissenschaft, Forschung und Innovation sein, der am 8. und 9. November 2017 in São Paulo stattfindet. Mit dabei sind renommierte Wissenschaftler, Stakeholder und privatwirtschaftliche Akteure aus beiden Ländern. Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Bioeconomy: Research and Innovation Shaping the New Biobased Economy”.

Organisiert wird der Deutsch-Brasilianische Dialog für Wissenschaft, Forschung und Innovation vom Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus – São Paulo (DWIH-SP), von der Stiftung zur Forschungsförderung des Bundesstaates São Paulo (Fundação de Amparo à Pesquisa do Estado de São Paulo, FAPESP) und vom brasilianischen Ministerium für Wissenschaft, Technologie, Innovation und Kommunikation (Ministério da Ciência, Tecnologia, Inovações e Comunicações, MCTIC). Vor der Veranstaltung findet ein interministerielles Treffen zwischen beiden Ländern am 7. November in Campinas (SP) statt, das im Zeichen der Deutsch-Brasilianischen Partnerschaft für Bioökonomie steht, die von beiden Ländern 2015 unterzeichnet wurde.

Die Direktorin des DWIH-SP, Dr. Martina Schulze, betonte die Relevanz der Veranstaltung: „Deutschland und Brasilien haben sich dazu entschieden, gemeinsam in Projekte zur Bioökonomie zu investieren und diesen Dialog als Möglichkeit zu nutzen, den Austausch auf hohem Niveau zu führen, das sowohl die Wissenschaftsgemeinde einbezieht als auch Unternehmen und staatliche Akteure beider Länder.“ Sie erinnerte daran, dass die Bioökonomie über ein hohes Potenzial verfügt, die wohl dringlichsten Herausforderungen dieser Zeit zu lösen: dazu zählen die Produktion von Nahrungsmitteln, die Ernährungssicherung und die rationelle Nutzung von Biomasse. „Die Bioökonomie ist im Hinblick auf ihren umfassenden, wirtschaftlichen und innovativen Ansatz im Zusammenhang mit der effizienten Nutzung von biologischen Ressourcen eine Form, um eine nachhaltige Entwicklung und eine sozial gerechte Zukunft zu gewährleisten“, bekräftigt Dr. Martina Schulze.

Für Carlos Henrique de Brito Cruz, wissenschaftlicher Direktor der FAPESP, vereinfacht die Veranstaltungsreihe des Deutsch-Brasilianischen Dialogs die Zusammenarbeit der Forschung zwischen deutschen und brasilianischen Wissenschaftlern: „Für die FAPESP ist dies eine hervorragende Möglichkeit, da wir unsere Vereinbarungen mit deutschen Institutionen der Forschungsförderung wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Deutsch-Akademischen Austauschdienst (DAAD), dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (StMBW) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stärken können und so neuartige Forschungsprojekte zwischen Wissenschaftlern aus São Paulo und Deutschland unterstützen können.“

In einem Panel, das sowohl die Strategien als auch politischen Maßnahmen auf dem Gebiet der Bioökonomie diskutiert, nehmen Repräsentanten der Ministerien beider Länder teil, die für die Wissenschafts- und Technologiethemen zuständig sind. Sie werden über die jeweiligen Ansätze berichten. Aus Deutschland wird Andrea Noske, Ministerialräten der Abteilung Bioökonomie des BMBF, teilnehmen, wohingegen Bruno Nunes als Generalkoordinator für Bioökonomie des brasilianischen Bildungsministeriums berichtet.

Wissenschaftliche Ausrichtung Zwei renommierte Experten auf diesem Gebiet, Georg Backhaus (Präsident des Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen, JKI) und Paulo Arruda (Laborkoordinator für das Studium der Regulation der Genexpression bei Unicamp), werden die Keynotes auf der Veranstaltung halten. Sie eröffnen damit zugleich den wissenschaftlichen Part des Deutsch-Brasilianischen Dialogs. Am darauffolgenden Tag fokussieren zwei Panels folgende Themen: „Nachhaltige Nahrungsmittelproduktion und  Bioprodukten“ und „Technische Anwendung von Biomasse und Bioenergie“. In beiden Sessions werden sowohl deutsche als auch brasilianischen Wissenschaftler teilnehmen.

Eröffnet wird das Event von dem Präsidenten der FAPESP, José Goldemberg; von der DWIH-SP-Direktorin Dr. Martina Schulze; von Georg Witschel, deutscher Botschafter in Brasilien sowie von Luís Felipe Fortuna, Leiter der Sonderabteilung für Internationale Angelegenheiten des MCTIC in Brasilien und auch Vertretern des Bundesstaates São Paulo.

Ebendiese Repräsentanten sind zugleich Partner für den 6. Deutsch-Brasilianischen Dialog für Wissenschaft, Forschung und Innovation: das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für Bildung und Forschung Deutschlands, die Leibniz-Gemeinschaft und Fraunhofer-Gesellschaft,  und der Nationale Forschungsrat Brasiliens (Conselho Nacional de Desenvolvimento Científico e Tecnológico, CNPq). Daneben unterstützen die Brasilianische Gesellschaft für wissenschaftlichen Fortschritt (Sociedade Brasileira para o Progresso da Ciência, SBPC), die  Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer São Paulo (AHK), der Verein Deutscher Ingenieure Brasilien-Deutschland (Associação de Engenheiros Brasil-Alemanha, VDI) und die Konrad-Adenauer-Stiftung und Friedrich-Naumann-Stiftung die Veranstaltung.

Service: Der 6. Deutsch-Brasilianische Dialog für Wissenschaft, Forschung und Innovation findet am 8. und 9. November 2017 im Hauptgebäude der FAPESP in São Paulo statt (Adresse: Rua Pio, XI, 1500, Alto da Lapa). Zum kompletten Programm und Anmeldung geht es hier: www.fapesp.br/eventos/6dialogue.

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