Brasilien – Forschung und Innovation

In Brasilien sind verschieden Institutionen in der Forschung und in der Entwicklung von Innovation aktiv. Die staatlichen Einrichtungen, wie beispielsweise öffentliche Universitäten, technologische Institute oder Forschungsförderorganisatoren sind dabei am wichtigsten.

Auch Gründerzentren, Technologieparks, private Investoren und Einrichtungen wie das nationale Ausbildungszentrum für die Industrie SENAI (Serviço Nacional de Aprendizagem Industrial) und die brasilianische Agentur für Kleinst- und Kleinunternehmen SEBRAE (Serviço Brasileiro de Apoio às Micro e Pequenas Empresas) sind Teil der brasilianischen Innovationslandschaft.

Die brasilianische Forschung konzentriert sich auf Universitäten und andere staatliche Institutionen. Aktuell existieren in Brasilien 301 höhere Bildungseinrichtungen (zusätzlich dazu existieren 2.090 private Institutionen), davon sind 111 öffentliche Universitäten (neben 84 privaten), 10 universitäre Zentren (und 130 private Zentren), 140 Hochschulen (ausserdem 1.876 private) und 40 staatliche Bildungsinstitute für Wissenschaft und Technologie. Diese Institutionen verfügen über mindestens 667 unterstützende Einrichtungen wie Bibliotheken, Unterrichtsräume, Informatiklabore, Möglichkeiten für Fernunterricht und didaktische Labore.

Die wichtigsten Forschungsgebiete in Brasilien unterteilen sich in drei Hauptbereiche.

In den ersten Bereich fallen sämtliche Gebiete, die für die "brasilianische Wettbewerbsfähigkeit" relevant sind: Raumfahrt, Landwirtschaft, Biotechnologie, Verteidigung, Energie, Pharmazie und Gesundheit, Nanotechnologie, Nuklearforschung, Erdöl und -gas, IT- und Kommunikationstechnologie.

Der zweite Bereich umfasst Themen in Verbindung mit "natürlichen Ressourcen und Umwelt": Antarktis, Biodiversität, Meeresbiotechnologie, Naturkatastrophen, Meteorologie, Klimatologie, Hydrologie, Klimawandel, Ozeane, Küstengebiete, Wasser- und Mineralressourcen.

Themen unter dem Aspekt der "sozialen Entwicklung" sind im dritten Bereich erfasst: digitale, soziale und produktive Inklusion, Verbreitung von Wissenschaft, Technologie und Innovation, Verbesserung in der wissenschaftlichen Lehre sowie soziale und unterstützende Technologien.

Um die Innovation des Landes voranzutreiben, etablierte die Regierung die sogenannte nationale Politik für Wissenschaft, Technologie und Innovation. Ziel ist, dass Innovationen strategisch für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Brasiliens eingesetzt werden und ihr Nutzen der gesamten Gesellschaft damit auf gerechte Weise zugutekommt.

Darüber hinaus wurden auch Gesetze als Anreiz für Entwicklung und Innovation verabschiedet. Das Gesetz zur technologischen Innovation von 2004 soll als Anregung dienen für die Schaffung spezialisierter und kooperativer Innovationsambiente, die Beteiligung von wissenschaftlichen und technologischen Institutionen, Innovationen in Unternehmen, unabhängige Erfinder und die Einrichtung von Investitionsfonds für Innovation.

Dennoch befindet sich Brasilien im Vergleich mit anderen Schwellenländern auf einem der hinteren Plätze, wenn es um Innovation geht. Aktuelle Daten des brasilianischen Ministeriums für Wissenschaft, Technologie und Innovation (MCTI) zeigen, dass 2013 lediglich 1,66 Prozent des BIP in Wissenschaft und Technologie investiert wurden, dies entsprich 85,6 Milliarden R$. Davon wurden 63,7 Milliarden R$ in Forschung & Entwicklung (F&E) angelegt. Der Großteil der finanziellen Mittel wurde dabei vom Staat aufgebracht, rund 36,8 Milliarden R$ . Private und staatliche Unternehmen stellten Finanzierungen in Höhe von 26,9 Milliarden R$ zur Verfügung.

2014 wurden nahezu 34.050 Patentanträge in der zuständigen Behörde Instituto Nacional da Propriedade Industrial (INPI) eingereicht. Laut Daten des MCTI vom Februar 2014 führten im Jahr 2011 35,7 Prozent der Unternehmen in den Bereichen Elektrizität, Gas und Dienstleistungen innovative Produkte oder Prozesse ein.

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