Brasilien – Forschungseinrichtungen

Neben den öffentlichen und privaten Universitäten Brasiliens wird auch an einer Vielzahl außeruniversitärer Bundes- und Landeseinrichtungen, sowie  Forschungs- und Entwicklungs (F&E)-Zentren von Unternehmen, wissenschaftliche und technologische Forschung betrieben. Vor Kurzem wurden in Brasilien die Nationalen Institute für Wissenschaft und Technologie (Institutos Nacionais de Ciência e Tecnologia - INCTs) eingerichtet, die wie vernetzte Forschungsgruppen funktionieren.

Mitglieder der wissenschaftlichen Gemeinschaft

Im Gegensatz zu Deutschland existieren in Brasilien jedoch keine Forschungsinstitute in Form von Gesellschaften und Gemeinschaften, wie zum Beispiel, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Max-Planck-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft oder die Helmholtz-Gemeinschaft. Jedoch gibt es hier Einrichtungen, die sich für die wissenschaftliche Weiterentwicklung und für Staatstätigkeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Innovation und Technologie einsetzen. Zu diesen zählen unter anderem die Brasilianische Wissenschaftsakademie (ABC) und die Brasilianische Gesellschaft für wissenschaftlichen Fortschritt (SBPC). 

Die ABC, beispielsweise, beschäftigt sich seit ihrer Gründung, im Jahr 1916, mit der Themenforschung, die von zentraler Bedeutung für die brasilianische Gesellschaft ist, um somit wissenschaftlichen Input für neue Maßnahmen der öffentlichen Politik zu geben. Die Organisation hat sich zum Hauptziel den wissenschaftlichen Fortschritt in Brasilien und den wissenschaftlichen Austausch zwischen brasilianischen Experten und den Forschern anderer Länder gesetzt.

Die Brasilianische Wissenschaftsakademie wählt ihre Mitglieder bewusst unter den besten Forschern aus, die Spitzenergebnisse im wissenschaftlichen und technologischem Bereich vorweisen. Außerdem arbeitet die ABC mit den sogenannten „Korrespondenzmitgliedern“ zusammen. Diese sind im Ausland lebende Forscher, auch in Deutschland, die eine hohe wissenschaftliche Anerkennung genießen und die erheblich zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung in Brasilien beigetragen haben.

Die SBPC ist eine Non-Profit-Zivilgesellschaft ohne parteipolitische Bindung, die sich sowohl für den wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt, als auch für die Weiterentwicklung im Bereich Kultur und Bildung in Brasilien, einsetzt. Seit ihrer Gründung im Jahr 1948 kümmert sich diese nicht nur um die Verbesserung und Optimierung des nationalen wissenschaftlichen und technologischen Systems, sondern auch darum die Wissenschaft allgemein auf nationaler Ebene zu verbreiten. 

Die SBPC repräsentiert mehr als 100 wissenschaftliche Gesellschaftsmitglieder und mehr als 6000 aktive Partner, unter denen sich Forscher, Dozenten, Studierende und brasilianische Bürger, die Interesse an Wissenschaft und Technologie haben, befinden.

Die SBPC beteiligt sich aktiv an Debatten, die sich mit wichtigen Fragen rund um die Politik in den Bereichen „Forschung und Entwicklung“ und „Bildung“ in Brasilien beschäftigen. Die Organisation hat einen ständigen Sitz im Nationalrat für Wissenschaft und Technologie (CCT). Dieser ist ein beratendes Organ der Brasilianischen Bundesregierung, welches die Politik und die Dringlichkeit der Maßnahmen im Bereich Forschung und Entwicklung definiert. Zudem hat die SBPC offizielle Vertreter in über 20 Regierungsbeiräten und -ausschüssen. In regelmäßigen Abschnitten stellt die SBPC Arbeitsgruppen zusammen, die aus renommierten Experten auf ihrem Fachgebiet bestehen. Das Ziel dieser Projekte ist es wichtige Fragestellungen, die von nationalem Interesse sind, zu analysieren und für diese Lösungsvorschläge herauszuarbeiten.

Universitäten

Insbesondere an öffentlichen Universitäten wird auf regelmäßige Forschungsaktivitäten großen Wert gelegt. Diese Projekte werden im Rahmen einer Gruppenarbeit mit klaren Richtlinien und unter der Leitung der Dozenten durchgeführt. Hier können Doktoranden, Masterstudierende und selbst Teilnehmer am Nachwuchsforschungsprogramm mitwirken. Solche Forschungsprojekte existieren in allen Studienfachrichtungen. Es ist nicht besonders schwer in Brasilien Wissenschaftler und Forschungsgruppen zu finden, die bereits Erfahrungen in internationaler Zusammenarbeit haben. Der Prozess der Internationalisierung schreitet sehr schnell voran, doch das Tempo kann je nach Institution recht stark variieren. Außer der Institution selbst spielen noch weitere Faktoren eine wichtige Rolle, wie zum Beispiel die Region, die Fachrichtung, etc.

Forschungsinstitute auf Bundesebene
Der Großteil der außeruniversitären Bundesforschungsinstitute in Brasilien ist dem Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation (MCTI) unterstellt. Dies trifft unter anderem auf das Nationale Technologieinstitut (Instituto Nacional de Tecnologia - INT) in Rio de Janeiro und das Nationale Zentrum für Energie- und Materialforschung (Centro Nacional de Pesquisa em Energia e Materiais - CNPEM) in Campinas zu. Ersteres ist in den Bereichen Analyse, Korrosion und Erosion, Energie, Materialverarbeitung und -bestimmung tätig. Zum CNPEM gehören vier Forschungseinrichtungen mit besonderer Relevanz in Brasilien: Das Nationale Labor für Synchrotronstrahlenforschung (Laboratório Nacional de Luz Síncroton - LNLS), das Nationale Labor für Biowissenschaften (Laboratório Nacional de Biociências - LNBio), das Nationale Labor für Bioethanolforschung (CTBE) und das Nationale Labor für Nanotechnologie (LNNano).

Forschungsinstitute auf Bundesstaatenebene
Die brasilianischen Bundesstaaten verfügen über zahlreiche Forschungsinstitute, die sich in der Regel mit Themen regionalen Interesses befassen. Rund die Hälfte der gesamten wissenschaftlichen Produktion Brasiliens entsteht im Bundesstaat São Paulo, der das größte Forschungsnetzwerk von nationaler Relevanz vereint. Beispiele hierfür sind das Institut für Technologieforschung (Instituto de Pesquisas Tecnológicas - IPT) und das Butantan-Institut (Instituto Butantan - IB), die im Bereich der Immunbiologie forschen und in São Paulo angesiedelt sind. Ein weiterer Vertreter ist das Institut für Lebensmitteltechnologie (Instituto de Tecnologia de Alimentos - Ital) in Campinas, wo auch das Institut für Landwirtschaft (Instituto Agronômico - IAC) angesiedelt ist, das bereits seit mehr als 120 Jahren besteht.

Nationale Wissenschafts- und Technologieinstitute (INCT)
Das Hauptziel des Programms der Nationalen Wissenschafts- und Technologieinstitute ist es die besten Forschergruppen in strategischen Bereichen für die nationale nachhaltige Entwicklung und für die Produktion von Spitzentechnologie zu mobilisieren und zu vereinen, um auf diese Weise die Innovation ausdrücklich gemeinsam mit innovativen Unternehmen zu fördern. Die Institute fördern die grundlegende wissenschaftliche Forschung und bilden Nachwuchsforscher aus. Zudem unterstützen sie die Installation von Laboratorien in Bildungs- und Forschungseinrichtungen und in Unternehmen.  Das Programm steht in direkter Verbindung mit dem Ministerium für Wissenschaft, Technologie, Innovation und Kommunikation (MCTIC), in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium (MEC), dem Gesundheitsministerium und der Nationalbank für wirtschaftlichen und sozialen Fortschrift (BNDES).

Unternehmen und industrielle Forschung

Brasilien hat drei wichtige Investoren verloren, die auf der Liste der tausend Unternehmen standen, die am meisten Kapital für Forschung und Entwicklung (F&E) im Jahr 2016 aufbrachten. Heute verbleiben nur drei große Unternehmen, und zwar, Petrobras (Rang 224), Vale (Rang 265) und Embraer (Rang 562). Die Unternehmen Totvs, Weg und Natura, schieden aus dem Ranking aus. Unter den verbliebenen Betrieben konnte die Firma Embaer einige Plätze gewinnen. Die Großunternehmen Petrobras und Vale geben sich jedoch mit den untersten Plätzen zufrieden gemäß der Global Innovation 1000 Studie, die im Oktober 2016 veröffentlicht wurde. Die drei brasilianischen Unternehmen, die im Ranking zu finden sind, haben im Jahr 2016 insgesamt 1,29 US$ in Forschung und Entwicklung investiert. Im Jahr 2015 belief sich die Summe noch auf 1,43 US$, was einem Rückgang von 9,14% entspricht. Im Jahresvergleich gingen die Einnahmen dieser Firmen um 3%, sprich 130,5 US$, zurück. 

Petrobras investierte im Jahr 2015 rund 2 Milliarden Reales in den Bereich "Forschung und Entwicklung" von neuen Technologien, die verschiedene akademische Institutionen des Landes erhielten. Im gleichen Jahr stellte das Unternehmen mehr als 700 Mio. Reales für seine Zusammenarbeit mit über 100 Universitäten und Forschungsinstitutionen zur Verfügung. Während dieser Zeit meldete die Petrobras 68 Patente an und es liegen bereits 83 Patentregistrierungen in Brasilien und in anderen Ländern vor. Dem Nachhaltigkeitsbericht 2015 der Petrobras zufolge, wurden viele Ergebnisse zusammen mit dem Forschungsinstitut Leopoldo Américo Miguez de Mello (Centro de Pesquisas Leopoldo Américo Miguez de Mello, Cenpes) erreicht. 

Der Konzern Petrobras verfügt über Forscher und technologische Ressourcen, die es dem Unternehmen ermöglichen Ergebnisse zu erzielen, die in direkter Weise im Firmentagesgeschäft angewandt werden können. Die Technologie und Innovation des Unternehmens sind zwischen dem Cenpes, wo sich die Aktivitäten der F&D und das grundlegende Ingenieurwesen befinden, und Teilen des Unternehmensgeschäftes aufgeteilt. Der Betrieb pflegt ebenfalls Partnerschaften mit einer Reihe von Forschungsinstitutionen, Lieferante und Kunden. 

Die Firma Vale gründete im Jahr 2009 das Technologieinstitut Vale (ITV) mit dem Ziel kurz- und langfristige innovative Lösungen für die Prozessoptimierung des Unternehmens im kompletten Betriebsablauf zu finden, von der Konzeption des Produktes bis zur Endlieferung beim Kunden. Das ITV arbeitet daraufhin grundlegende Veränderungen in der Unternehmensstruktur von Vale einzuleiten, die sowohl der Umwelt als auch der Gemeinde zu Gute kommen. 

Aktuell hat das ITV jeweils eine Forschungsabteilung in Belém (Bundesstaat Pará), welche auf nachhaltige Entwicklung spezialisiert ist, sowie eine weitere Abteilung in Ouro Preto (Bundesstaat Minas Gerais), die sich mit allen Themen rund um den Bergbau beschäftigt. Um seine Ziele zu erreichen, handelt das ITV nach drei Prinzipien> Forschung, Bildung und Unternehmensgeist. Bei dem ersten Prinzip, Forschung, geht es darum das wissenschaftlich-technologische Grundwissen zu fördern und dieses in den Bereichen Bergbau und nachhaltige Entwicklung anzuwenden. Bei dem Prinzip Bildung verfolgt das Unternehmen das Ziel neue Experten auszubilden, die jegliche Herausforderung, die sich im Bereich des Bergbaus im 21. Jahrhundert, einem Jahrhundert mit zunehmendem Interesse für nachhaltige Lösungen, stellen könnte, annehmen und meistern können. In Zukunft sollen nur noch dafür qualifizierte Unternehmen die staatliche Lizenz zum Bergbau erhalten. Unter folgendem Link erhalten Sie weitere Informationen über das ITV: http://www.itv.org/pt/

Anfang des Jahres 2017 hat das Unternehmen Vale mehrere Abkommen für Zusammenarbeit unterschrieben, und zwar mit der Stiftung für Forschung von Minas Gerais (Fapernig), von Pará (Fapespa) und von São Paulo (Fapesp), und sprach damit eine Investition im Wert von 99 Mio Reales in wissenschaftliche und technische Projekte im Laufe der letzten vier Jahre. Es handelt sich bislang um das größte Abkommen des Landesm welches jemals zwischen einem Privatunternehmen und einer staatlichen Stiftung für Wissenschaft und Technologie abgeschlossen wurde. Die Vale-Faps nahmen 114 von den 117 ausgewählten Projekten unter Vertrag, die wiederrum zu 621 Forschungsstipendien in Kooperation mit 30 Institutionen in drei Bundesstaaten, verhalfen. Es wurden dabei folgende Bereiche berücksichtigt: Bergbau, Energie, Ökoeffizienz, Biodiversität, sowie Rohstoffverarbeitendeprozeduren in der Eisenindustrie. Dafür investierte die Vale 61 Mio. Reales und die Stiftungen für Forschung weitere 38 Mio. Reales. Die Partnerschaft wurde am 10. März 2017 bekannt gegeben. 

Im Jahr 2016 brachte die Vale 18,8 Mio. US$ für F&E auf. Für das Jahr 2017 sieht das Unternehmen eine Investition in Höhe von 20 Mio. US$ vor. 

Die komplette Reihe der geplanten Forschungsprojekte der beiden Technologieinstitute Vale können unter folgendem Link eingesehen werden: http://www.itv.org/pt/pesquisas-e-projetos/.

Die Embraer, ihrerseits, hat im Jahr 2016 etwa 5,6% ihrer Einnahmen in F&E investiert. Insgegsamt hat das Unternehmen also rund 2,12 Mrd. Reales für Innovationsprojekte ausgegeben, fast das doppelte als 2015.

Bei den deutschen Firmen, die in Forschung in Brasilien investieren, sind insbesondere Siemens, Bosch und Bayer zu erwähnen. Vor mehr als 100 Jahren errichtete die Siemens sieben Zentren für Forschung, Entwicklung und Ingenieurwesen in Brasilien. Das Unternehmen setzte auf Annährung zu Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Das 4.000 m² große Zentrum für F&E in den Bereichen Erdöl, Gas und Energieverteilung befindet sich im Technologiepark der Ilha do Fundão, auf dem Campus der Universidade Federal do Rio de Janeiro (UFRJ). In Curitiba, im Technologiepark der Pontifícia Universidade Católica do Paraná - Tecnoparque (PUC-PR), arbeitet das F&E Zentrum der Siemens an ständig neuen Lösungen für das Smart Grid, Transformatoren, HVDC (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung), Zucker und Alkohol, Öl und Gas. Insgesamt investiert das Unternehmen weltweit um die 4,7 Mrd. Euro in Innovation.

Bosch betreibt jeweils ein Forschungszentrum in Campinas und in Curitiba. Insgesamt sind an beiden Standorten 440 ForscherInnen in den Bereichen Biokraftstoffe, Energieffizienz, thermoelektrische Anlagen und Solarenergie tätig. Das Unternehmen Bayer CropScience besitzt eine Teststation in Paulínia, im Bundesstaat São Paulo. Dort werden Studien und Tests zu aktiven Wirkstoffen (Molekülen) durchgeführt, die von der Zentrale des Unternehmens für die Entwicklung von Pflanzenschutzprodukten dorthin geschickt werden.

Ein weiteres Unternehmen, welches in viele Wissensgrenzen der Menschheit, insbesondere durch seine hohe Investition in seine eigenen F&E-Zentren, investiert hat, ist die IBM. Die Firma beschäftigt in ihren 12 F&E-Zentren, die auf der ganzen Welt verteilt sind, über 3.000 Wissenschaftler. Hiervon befinden sich seit 2011 zwei Zentren in Brasilien, und zwar in Rio de Janeiro und in São Paulo. Im Jahr 2017 weihte die IBM ihr neues Labor für Nanotechnologien im F&E-Zentrum in Rio de Janeiro ein. Hier sollen Innitiativen und Partnerschaften in den Bereichen Gesundheit, Agrarwirtschaft und Erdöl/Gas entstehen.

Der technische Bericht, der im Dezember 2016 vom Institut für angewandte Forschungswirtschaft (Ipea) auf der Grundlage der Daten der Innovationsforschung (Pintec) von 2014 vom IBGE veröffentlicht wurde, zeigt, dass die brasilianischen Unternehmen in diesem Bereich deutlich hinterher liegen. Die Investition in F&E im Industriesektor fiel um 0,67% im Vergleich zum Jahr 2011. Sogar die Innovationsrate ging insgesamt um 2,12% der Firmeneinnahmen zurück.

Trotz des Rückganges der Investitionen verrät das jährliche Ranking der 50 innovativsten Unternehmen 2016, dass Brasilien einigen internationalen Innovationstrends folgt, wie beispielsweise die Benutzung von Datenwerkzeugen und -quellen, die helfen mögliche externe Innovationsideen zu identifizieren. Der internationale Durchschnitt der Benutzung der Big Data liegt bei 55%. In Brasilien dagegen benutzen 63% der Unternehmen Massendaten. Dennoch nutzen nur 47% der brasilianischen Firmen diese Daten als Input für Innovationen. Der internationale Durchschnitt beträgt hier 57%.

Außerdem hebt die Studie die Zunahme der externen Partnerschaften im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation, vor. Weltweit sind die Unternehmen, die ein Gleichgewicht zwischen interner und externer Innovation bewahren, diejenigen, die die größten Erfolge verzeichnen. Sie schaffen es externe Ideen zu identifizeiren und diese im eigenen Betrieb einzubauen. Etwa 45% der Firmen, die beim jährlichen Ranking der 50 innovativsten Unternehmen 2016 mitmachten, gaben zu strategische Partnerschaften mit anderen Institutionen zu betreiben. In Brasilien waren es ganze 54%.

Die Daten der Innovationsforschung (Pintec) 2014 des IBGE, die im Dezember 2016 veröffentlicht wurden, befürworten diese Veränderung in der Zusammensetzung des Investments in F&E der brasilianischen Gesellschaften. Diesen Trend beobachtet man seit 2008 und man kann deutlich sehen, dass die Firmen die Mittel für interne F&E konstant senkten, dafür aber mehr in Partnerschaften mit Forschungsinstituten und anderen Unternehmen investieren. Eine Studie, an der 132.529 brasilianische Firmen teilnahmen, zeigt, dass die Investition in die interne F&E um 0,5% gefallen ist, was 0,45% des BIP entspricht. 

Weitere Informationen

Netzwerke und Cluster
Cluster sind Zusammenschlüsse von Unternehmen, die ähnliche Charakteristiken aufweisen und an einem gemeinsamen Standort oder in derselben Region tätig sind. Sie kooperieren untereinander, um dadurch eine maximale produktive Effizienz zu erreichen. In Brasilien werden Cluster als Lokale Produktivverbünde (Arranjos Produtivos Locais - APLs) bezeichnet, zu denen auch Universitäten und Forschungseinrichtungen gehören. Im Jahr 2014 existierten insgesamt landesweit 667 APLs, von denen 324 sich mit einem Schwerpunkt befassen und sich vorrangig auf die regionale Entwicklung konzentrieren und sich mit der Diversität verschiedener Sektoren beschäftigen. Die APLs findet man in 2.175 brasilianischen Gemeinden, die mehr als 3 Mio. Menschen in 59 Sektoren der brasilianischen  Wirtschaft beschäftigen. Diese Daten wurden im November 2016 vom Referat der Produktionsentwicklung (Secretaria de Desenvolvimento da Produção -SDP) des Ministeriums für Entwicklung, Industrie und Außenhandel (Ministério do Desenvolvimento, Induústria e Comércio Exterior-MDIC) veröffentlicht. Sie werden von der Dauerhaften Arbeitsgruppe für APLs (Grupo de Trabalho Permanente para APLs - GTP-APL) koordiniert. Die teilnehmenden Bundesstaaten und Regionen verfügen allerdings über eine eigene Infrastruktur und ein eigenes Management.

Brasilianische Akademie der Wissenschaften
Die Brasilianische Akademie der Wissenschaften (Academia Brasileira de Ciências - ABC) wurde 1916 gegründet und konzentriert sich auf die zentralen Themen für die Gesellschaft in Brasilien und soll wissenschaftlichen Input für die öffentliche Politik bereitstellen. Die Hauptaufgabe ist die wissenschaftliche Entwicklung des Landes, die Interaktion von brasilianischen WissenschaftlerInnen mit ForscherInnen aus dem Ausland.

 

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